Ausstellung Patrizia Casagranda

Ausstellung Patrizia Casagranda

Faded Faces

2015 dann hat Patrizia Casagranda ihre erste eigene künstlerische Serie aus Fotocollagen und Porträts entworfen. Im Jahr darauf hat sie sich mit pompejanischer Malerei beschäftigt und daraus ihre zweite Serie geschaffen. Indische Frauen stehen im Mittelpunkt ihrer dritten Bilderfolge: „Das sind die Müllsammlerinnen“, erklärt sie. Sie hat in Indien Frauen porträtiert, die sich mit dem Sammeln wiederverwertbarer Dinge ihren Lebensunterhalt verdienen.

Frauen sind auch der Inhalt der Serie „Faded Faces“, die jüngst entstanden ist. „Diese Frauen sind Werbeträger für Humanismus“, sagt Patrizia Casagranda, „ich möchte damit für Werte werben.“ Sechs Bilder sind es: „Jede Frau steht für eine Religion“, sagt sie. Die Technik für diese „skulpturalen Bilder“ hat Patrizia Casagranda eigens entwickelt und gibt das Rezept natürlich nicht preis.

Grundlage ist jeweils ein Foto. Dann erstellt Patrizia Casagranda ein Raster und entwickelt daraus eine Schablone. Durch die Löcher wird schließlich eine Masse darauf gegeben, die das Werk ausmacht. Träger für diese Arbeiten bilden Sperrholzplatten, Lkw-Planen, ausgediente Armeezelte, Jute oder Schuhkartons.

„Ich baue zwischen zehn und 15 Schichten aufeinander“, erklärt die Künstlerin, die zum Schluss noch an Bezügen reiche Zitate, etwa aus der Bibel wie bei der Apfelserie, hinzufügt.

Wenn die Masse aus Gips und Farbe und einer Geheimzutat durchgehärtet ist, könnte man sogar über die Bilder hinübergehen, ohne sie zu beschädigen. Patrizia Casagranda sagt: „Ich habe sehr viel ausprobiert und experimentiere immer noch weiter.“

Ihre schönen Frauen schickt sie bald auf ihre nächste Reise. Im Herbst Wien, Trier, dann noch München und Como. Und das Highlight in diesem Jahr wird ihre Teilnahme an der Miami Art Basel sein.